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4.9.2010 : 14:52

Nicht nur abhängen auf dem Hof

Schüler des Kunstkurses am Goethe-Schiller-Gymnasium Jüterbog erarbeiten Gestaltungskonzepte

Schüler des Goethe-Schiller-Gymnasiums Jüterbog versuchen sich als Architekten und verpassen dem Schulhof des Goethehauses ein neues Antlitz.

JÜTERBOG Der Schulhof am Goethehaus des Jüterboger Gymnasiums: Triste Betonflächen, alles grau in grau, porös und rissig. Ein Wohlfühlort, an dem man ausruht, um energiegeladen in die nächste Unterrichtsstunde zu gehen, sieht anders aus.
Ein Ende der kahlen und kühlen Landschaft ist jedoch in Sicht. Mit der Freigabe von Mitteln aus dem Konjunkturprogramm steht dem Gymnasium Geld für Veränderungen zur Verfügung. Nicht nur Fenster und Toiletten in den Gebäuden, sondern auch der Schulhof sollen in den Sommerferien neu gestaltet werden.
Wie ein Schulhof sein sollte, das wissen vor allem Schüler. Der Leistungskurs Kunst der 13. Klasse hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem Pausenhof ein neues und individuelles Antlitz - erst einmal auf dem Papier - zu verpassen.
Im Unterricht entwickelten sie Konzepte zur Gestaltung des Hofes. "Wir wollen einen Ort der Begegnung schaffen, den jeder gerne nutzt, um zu kommunizieren und auch um gemeinsam zu lernen", erklärt Michaela Lehmann. Die engagierte Kunstlehrerin hat das Projekt in ihrem Kunstunterricht mit den Schülern verwirklicht.
Dass die Arbeit eines Architekten aufwendig und zeitraubend ist, haben die Schüler bei dem Projekt gelernt. Da geht es nicht um fixe Ideen und ein paar Skizzen. Bereits die Vorarbeit nahm viel Zeit in Anspruch. Ein eigens entwickelter Fragebogen kursierte in der Schule. Jeder angehende Abiturient konnte seine Wünsche äußern. "Plötzlich fing man an, über das Problem zu reden, es war ganz aktuell", so Michaela Lehmann.
Den Projektanten fehlen derzeit vor allem grüne Flächen und Sitzmöglichkeiten. Die Rede ist von Sitzmöbeln, die auch ein gemeinsames Arbeiten ermöglichen. Jeder soll bei schönem Wetter die Möglichkeit haben, in den
Freistunden draußen zu lernen oder zu arbeiten. Außerdem soll der Außenbereich des Schülercafes "Cäf' verändert werden. Sogar eine kleine Bühne können sich die Jugendlichen vorstellen. Die könnte nicht nur für Auftritte, sondern auch als Unterrichtsplattform genutzt werden.
Nachdem die Kunstkursschüler abgewogen hatten, welche Änderungen notwendig sind, ging es ans Vermessen des Hofes. Lukas Ramin erstellte ein dreidimensionales Grundstück am Computer. In Arbeitsgruppen wur
den dann individuelle Schulhofkonzepte ausgearbeitet. Man widmete sich dem Platzieren einzelner Grünflächen und Sitzflächen, entwarf eigene Sitzkonstruktionen und Tische, zerbrach sich den Kopf, wie die Mülltonnen am besten versteckt werden können, und ließ dabei erst einmal den Aspekt Kosten außen vor. "Es gab tolle Ideen, die aber finanziell einfach nicht zu stemmen wären", erzählt die Lehrerin. Schließlich mussten die Schüler doch darauf achten, wass letztlich bei einem begrenzten Budget realisierbar ist. "Mir hat dieses Projekt viel Spaß gemacht. Es war zwar eine ganz schöne Arbeit, aber unsere Ergebnisse sind klasse. Mich hat motiviert, dass vielleicht etwas von unseren Ideen wirklich umgesetzt wird", schwärmt Patrick Bachmann aus dem Kunstkurs.
Die Präsentationsmappen wurden der Schulleitung und dem beauftragten Ingenieurbüro zur Verfügung gestellt. "Einiges aus den Projekten der Schüler haben wir bereits berücksichtigt", erklärte Ingenieur Matthias Hoffmann.

Zum Projekt

  • Die Schüler haben ihre Ideen im Grundriss eingezeichnet - genauso, wie es ein Architekt tun würde.
  • Für ihre Entwürfe fotografierten sie verschiedene Bereiche des Schulhofs. a Es wurden verschiedenste Sitzgelegenheiten entwickelt, zum Beispiel Bänke aus Zahlen und Buchstaben. a In Fachmärkten informierten sich die Schüler über das Angebot, die Möglichkeiten und Preise.
  • Die Mappen bestehen aus Ideen, Skizzen, Entwürfen und Umfrage-Ergebnissen.


FOTOS: CHRISTIN IFFERT
Foto 1: Probieren sich als Architekten - Schüler des Kunstkurses am Goethe-Schiller-Gymnasium erarbeiten Pläne für einen neuen Schulhof.

Foto 2: Trist und öde - der Schulhof des Jüterboger Gymnasiums.

04.03.2010 19:46