So ausgedörrt wie die Puszta
Schulprojekt zum Klimawandel
JÜTERBOG Düster sind die Prognosen, was den bereits jetzt spürbaren Klimawandel betrifft. So ab 2050 bis 2060 könnte der Fläming ausgedörrt wie die ungarische Puszta sein. Ganz so krass wie die Forscher sehen es Jüterboger Goethe-Schiller-Gymnasiasten zwar noch nicht. Trotzdem machen auch sie sich ihre Gedanken und sammeln innerhalb ihres GeografieLeistungskurses seit mehreren Monaten eine Menge von Daten über das Wetter in der Region.
Das Gymnasium Jüterbog ist eine von sechs brandenburgischen Partnerschulen der Regionalen Planungsgemeinschaft Havelland-Fläming innerhalb eines Klimaprojektes. Das Aktionsprogramm nennt sich Modellvorhaben der Raumordnung (Moro) und wird unterstützt vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Städteplanung. Seit Oktober 2009 sind die Jüterboger Gymnasiasten unter Leitung ihrer Geografielehrerin Kerstin Graf mit dabei. Das Projekt endet im März 2011.
Gestern gab es eine Zwischenauswertung, zu der Sebastian Mönch und Lutz Schneider von der Planungsgemeinschaft begrüßt wurden. Die Schüler berichteten bei der Präsentation unter anderem von einer Umfrage unter rund 100 Passanten in der Flämingstadt. Bei den Fragen, die sie sich selbst erarbeitet hatten, ging es unter anderem um den persönlichen Beitrag zum Klimaschutz, um alternative Energiequellen und um die Abfallbeseitigung. Positiv vermerkten sie, dass die Mehrzahl der Befragten überzeugt war, der Klimawandel könne aufgehalten oder sogar umgekehrt werden. Allerdings müssten alle ihren Beitrag dazu leisten.
Darüber hinaus erfassen die Schüler regelmäßig 23 Daten, zum Beispiel Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Windstärke. Dazu dient eine kleine Wetterstation auf dem Sportplatz. Die Wetterdaten werden gesammelt und über das Internet an eine Daten bank gesendet. Die Gerätschaften mitsamt eines Computers wurden von der Planungsgemeinschaft dem Goethe-Schiller-Gymnasium zur Verfügung gestellt und dürfen anschließen an der Bildungseinrichtung bleiben.
Mitgebracht hatten die Regionaplaner auch ein neues Niederschlagsmessgerät, weil das alte ausgefallen war. Es wurde sogleich getestet. Katrin Bamberg aus der 11. Klassenstufe spielte Wetterfee und goss Wasser in das Gerät - als Ersatz für Regen. Sofort hatte sie bei den Mitschülern ihren Spitznamen weg: "Wolke".
Sebastian Mönch und Lutz Schneider lobten das Engagement der Gymnasiasten beim Projekt. Die Daten vom Jüterboger Sportplatz werden regelmäßig geliefert und gehen ein in das Gesamtvorhaben.
FOTO: KUNZE
Die Wetterstation auf dem Sportplatz des Jüterboger Gymnasiums erhielt gestern ein neues Niederschlagsmessgerät.
