Im September fand am Gymnasium Jüterbog die religions-philosophische Projektwoche der 11. Klassen statt. Unter dem Titel „Umbruchzeiten“ stand die künstlerische Auseinandersetzung mit der kommunistischen Diktatur in der DDR und den gesellschaftlichen Veränderungen der Jahre 1989/90 im Mittelpunkt. Zentraler Lernort war das Kulturzentrum „Das Haus“ in Altes Lager, das als Gedenk- und Begegnungsort ideale Rahmenbedingungen für diese intensive Themenwoche bot. Die Schülerinnen und Schüler erhielten hier die Möglichkeit, sich auf vielfältige Weise mit der Geschichte der DDR, den Mechanismen von Diktatur und Überwachung sowie mit den Hoffnungen und Herausforderungen der politischen Wende auseinanderzusetzen. Zeitzeugen, die zur Wendezeit so alt waren wie die Schülerinnen und Schüler heute und ebenfalls das Gymnasium in Jüterbog besuchten, berichteten von ihren Erlebnissen. Die Exkursion in die ehemalige Stasi-Untersuchungshaftanstalt in der Lindenstraße in Potsdam zeigte den Jugendlichen anhand von eindringlichen Berichten und authentischen Originalschauplätzen, wie tief politische Kontrolle und Repression in den Alltag der Menschen eingriffen. Begleitet wurde die Projektwoche von dem Künstler-Duo „Zoom und Tinte“, das mit der Schülergruppe einen Comic zum Thema DDR und Mauerfall erarbeitete. Mit dem Projekt „Umbruchzeiten“ gelang eine Verbindung von historisch-politischer Bildung, philosophisch-ethischer Reflexion und künstlerischem Ausdruck. Für die Schülerinnen und Schüler war die Projektwoche eine wertvolle Erfahrung, die — neben der Vorbereitung auf das Abitur — über den Unterricht hinauswirkt und das Bewusstsein für die Bedeutung von Demokratie und Freiheit stärkt. Die Projektwoche wurde durch das ZDF medial begleitet. Anlässlich des 35. Jahrestages des Mauerfalls wurde am 2. Oktober ein Fernsehbeitrag ausgestrahlt, der die Arbeit der Jugendlichen dokumentiert und einem bundesweiten Publikum zugänglich machte. Wir danken dem Goethe-Schiller-Gymnasium für diese Möglichkeit. Außerdem möchten wir unseren Dank Sebastian Borchers, Referent für historisch-politische Bildung, aussprechen, der maßgeblich an der Organisation beteiligt war.
